Geocaching – das Abenteuer ist überall

Hallo, es freut mich sehr, dass du heute wieder dabei bist. In den letzten Wochen gab es Podcasts zum Thema Zeitmanagement und wie man mehr Zeit bekommt für sich und das, was man machen möchte. In der heutigen Episode möchte ich dir etwas zeigen, was du in der frei gewordenen Zeit machen kannst.

Heute geht es um das wunderbare Thema Geocaching. Und ich hoffe, du hast noch keine Ahnung, was Geocaching ist. Geocaching ist eine Art Schnitzeljagd, bloß in modern. Man nutzt dafür ein GPS-Gerät, braucht niemanden, der sonst mitspielt und folgt der Spur eines Schatzes. Prinzipiell funktioniert Geocaching so, dass du dir anhand von einer Beschreibung einen Geocache aussuchst und dir dann die zugehörigen Koordinaten auf ein GPS-Gerät herunterlädst. Dann hast du die Möglichkeit, dir anzeigen zu lassen, wo dieser Schatz versteckt ist und dort hinzugehen.

Am Zielort angekommen ist irgendwo in der, im näheren Umkreis von ungefähr zehn Metern dann etwas versteckt. Das ist oft eine kleine Dose, manchmal bloß so groß wie eine Filmdose. Für alle, die jetzt noch nicht ganz so alt sind wie ich und gar nicht mehr wissen, wie Filmdosen aussehen, das sind zylinderförmige Behälter mit ungefähr fünf Zentimetern. In dem Schatz oder in dem Geocache befindet sich meistens ein Logbuch, in das man sich eintragen kann, dass man den Schatz gefunden hat. Du brauchst also, wenn du Geocaching betreiben möchtest, ein GPS-Gerät, bevorzugt das Handy und Koordinaten aus einer Datenbank. Die gibt es am einfachsten aus einer Handy-App.

Zur Historie von Geocaching: Geocaching wurde 2000 entwickelt, erfunden. Also als das GPS-Signal für nicht-militärische Nutzung freigegeben wurde. Und am 3. Mai wurde der erste Geocache versteckt in der Nähe von Portland. Das war ein Plastikeimer mit diversen Inhalten wie Videokassetten und eine Dose mit Bohnen. Und die Koordinaten wurden dann einer Use-Net-Gruppe, das ist sowas wie rettet von damals, veröffentlicht. Innerhalb von 24 Stunden wurde der Cache zum ersten Mal gefunden. Die Person, die es gefunden hatte, war so begeistert, dass es drei Tage später eine eigene Website zu dem Thema gab.

Seit diesem einen Cache damals hat sich einiges getan. Es gibt in der Nähe von Stuttgart 10.589 Geocaches. Es gibt in Deutschland 387.000 Geocaches. In dem Dorf, in dem ich lebe, und im Umkreis von zehn Kilometern gibt es über 200 Geocaches. Die einzigen Länder auf der Welt, in denen es keine gibt, sind Somalia und Nordkorea. Die größte Cache-Dichte gibt es, wie nicht anders zu erwarten, in Amerika. Für mich gibt es beim Geocaching zwei wichtige Punkte – der Weg und das Ziel. Der Weg fängt irgendwo an, das kann in der Natur sein oder auch in der Stadt und bringt dich über eine geplante Route, die der Owner, also der Besitzer des Geocaches, das ist die Person, die den Geocache versteckt hat, an eine Stelle, die die Person bemerkenswert findet. Das Wunderbare dabei ist, dass man dadurch neue Orte kennenlernt, die man sonst nie finden würde.

Ein Beispiel: ich lebe 30 Jahre in dem 2.000-Einwohner-Dorf, in dem ich lebe. Und als ich mit Geocaching angefangen habe, habe ich dadurch neue Orte entdeckt hier in meinem Umkreis, die ich davor nicht kannte und die etwas Besonderes geboten haben. Sei es ein kleines Wäldchen aus Birken oder der einzige Mammutbaum im weiteren Umkreis. Neben dem Weg ist auch das Ziel noch etwas Besonderes. Denn der Cache ist immer versteckt und man muss ihn suchen. Und das kann teilweise sehr knifflig sein, was auch daran liegt, dass es viele Menschen gibt, die sich wirklich viel Mühe geben, damit diesen Cache zu verstecken und sich da einfach amüsante technische Vorrichtungen einfallen lassen, die man erstmal knacken darf.

Dazu kommt, dass es eine Regel gibt, dass man kein Geocache finden darf, wenn die sogenannten Muggel, Harry Potter lässt grüßen, also normale Menschen, die nicht eingeweiht sind ins Geocaching, in der Nähe sind. Vor allem in Städten macht das einen gewissen Reiz aus, wenn man auf diesen einen Moment wartet an einer vielbelebten Kreuzung, wo mal niemand da ist, um dann ganz schnell den Cache zu bergen. Der Cache wird, sobald er geborgen wurde und man sich im Logbuch verewigt hat, danach auch wieder zurückgelegt für die nächsten.

Um dir ein besseres Gespür dafür zu geben, was Geocaching ausmacht, möchte ich dir von meinem ersten Geocache erzählen, den ich jemals gefunden habe. Das war in einem Bannwald in der Nähe von Tübingen. Ein Bannwald ist ein Wald, der nicht bewirtschaftet wird, bei dem also, wenn ein Baum umkippt, der Baum einfach liegen bleibt und nur die Hauptwege etwas gepflegt werden. Damals gab es noch keine GPS-Geräte mit Karten. Auf jeden Fall keine, die ich mir leisten konnte. Deswegen hatten wir ein GPS-Gerät, in das ich die Koordinaten eingeben konnte und das dann einfach nur gesagt hat: gehe 500 Meter in eine Richtung. Und je näher man dem Ziel kam, desto mehr hat sich die Distanz, die man noch zu laufen hat, verringert.

Wir haben den Cache gemeinsam mit Freunden gemacht, waren draußen im Wald und haben angefangen, am Startpunkt die Koordinaten einzugeben und sind dann erstmal die ersten 700 Meter nach Norden gegangen. Allerdings zeigt es über 700 Meter Luftlinie an und man muss sich dann selber den Weg suchen. Im Bannwald waren die 700 Meter Luftlinie sicherlich anderthalb Kilometer Fußweg. Und als wir dann dort angekommen sind, gab es das erste Rätsel. Man musste Nägel suchen, die in einem Baum eingeschlagen waren. Wir sind also ausgeschwärmt und haben die Nägel gesucht.

Nach fünf, sechs Minuten Suche waren wir dann auch erfolgreich und haben sieben Nägel in einer bestimmten Position angeordnet gefunden und konnten damit die nächsten Koordinaten bestimmen, die uns dann 300 Meter weitergeschickt haben. Dort angekommen war ein altes verwirrtes Schild, bei dem man die Buchstaben zählen sollte und konnte damit die nächsten Koordinaten finden, die uns die Koordinaten der letzten Station verraten haben. Also auch kein Problem. Und es waren nur noch 400 Meter. Wir waren schon einigermaßen heiß da drauf, jetzt unseren ersten Geocache zu finden, sind losgelaufen, GPS in der Hand, 400 Meter, 350 Meter, 300 Meter, 250 Meter. Ich konnte das Ziel schon sehen, es war ein sehr markanter Baum, als plötzlich vor mir eine Schlucht war. Und es war keine kleine Schlucht zum Drüberspringen, sondern da ging es einfach mal acht Meter runter und vier, fünf Meter Breite. Das war enorm frustrierend.

Aber wir haben nicht aufgegeben, sondern haben uns aufgeteilt, sind jeweils zehn Minuten in die jeweilige Richtung der Schlucht weitergegangen, also eine Gruppe nach links, eine Gruppe nach rechts, um zu schauen, ob es irgendwo einen Weg über die Schlucht gab. Nach 20 Minuten, also zehn Minuten hin, zehn Minuten zurück, haben wir uns wiedergetroffen und wir haben tatsächlich einen Weg über die Schlucht gefunden. Dann also schnell über die Schlucht, hin zu dem markanten Baum und dort gesucht. Lustigerweise war der markante Baum zwar sehr in der Nähe von dem Schatz, aber er war gar nicht der Schatz, sondern das war eine alte Wurzel. Und unter der Wurzel war ein großes Loch, da war es ausgehöhlt, und dort war eine kleine Kiste drin. Und die Kiste zu öffnen und zu schauen, was da drin ist, das war so cool. Das gibt mir bis heute noch eine kleine Gänsehaut.

In der Kiste war dann das gesuchte Logbuch drin und auch noch ein paar Sachen, die man tauschen konnte, das gibt es auch öfters bei Geocaches, dass es größere Kisten sind, wo man etwas reintut und dafür auch etwas rausnimmt. Meistens handelt es sich dabei um Kinderspielzeug oder andere Kleinigkeiten. Das dürfte vor ungefähr 15 Jahren gewesen sein. Und ich habe in der Zwischenzeit sehr viele Wanderungen auch unternommen. Und an die wenigsten davon kann ich mich erinnern. Aber an dieses gemeinsame Ereignis mit meinen Freunden und an das Erleben dort, das werde ich sicher nie vergessen. Und das ist auch das, was für mich das Geocaching ausmacht.

Es ist mehr, als einfach bloß draußen sein und rumzulaufen. Es ist ein Erlebnis, das verbinden kann. Wie du bei der Geschichte gehört hast, gibt es unterschiedliche Arten von Geocaches. Es gibt die sogenannten Traditionals, das sind die, die es auf jeden Fall am meisten gibt. Die haben einen Startpunkt und einen Endpunkt. Und an diesem Endpunkt liegt der Schatz oder der Geocache. Und dann gibt es sogenannte Multicaches wie der im Bannwald, die haben verschiedene Stationen und an jeder Station darf man ein Rätsel lösen, dessen Ergebnis es einem dann erlaubt, zur nächsten Station zu kommen. Am Ende der letzten Station ist dann das sogenannte Final, also der Platz, wo der Geocache versteckt ist.

Es gibt insgesamt um die zehn unterschiedlichen Arten Geocaches. Von zwei weiteren möchte ich noch kurz berichten. Das erste sind die sogenannten Mystery-Caches. Das sind Rätsel, die man am besten schon mal zuhause löst, wenn man es hinbekommt. Denn teilweise sind diese Rätsel unglaublich schwer. Aber auch hier, die Freude, dieses richtig schwere Rätsel gelöst zu haben und dann ans Ziel zu kommen, das ist einfach unbezahlbar.

Wo wir gerade beim Thema unbezahlbar sind, was kostet Geocaching eigentlich? Prinzipiell kann man Geocaching kostenlos betreiben. Man braucht einen Account auf einer Datenbankseite. Die größte davon ist geocaching.com. Den kriegt man kostenlos. Man braucht ein Handy, das man schon hat und man braucht eine App, die es in der Regel auch kostenlos gibt. Da die Betreiber der Website auch von irgendwas leben wollen, kannst du dir dort einen Premium-Account kaufen, der kostet 30 Euro im Jahr. Und dann sind nochmal einige Caches mehr freigeschalten. Und zwar die Premium-Caches, also die besten. Ob man das braucht oder nicht, ist jedem selbst überlassen. Ich habe einen Premium-Account. Ich finde 30 Euro im Jahr für das, was ich mit Geocaching erleben darf, ein sehr, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Mittlerweile sind auch einige Tourismusverbände auf die Idee gekommen, dass Geocaching eine echt gute Idee ist, um Touristen anzulocken. Und so gibt es zum Beispiel an der Nordsee einen relativ großen Gastank, wo vier Personen reinpassen, der sehr viele mechanische Rätsel hat. Der ist dann tatsächlich schon ein bisschen aufgebaut wie ein kleiner Exit-Room. Und wenn das sicherlich auch noch eine Ausnahme in der Ausprägung ist, so gibt es doch sehr viele Menschen, die sich wirklich viel Mühe damit machen, einen Geocache zu organisieren und auszulegen, ihn mit einer kleinen Geschichte zu versehen, die den Geocache besonders reizvoll macht und die das Final nochmal auf eine ganz besondere Art und Weise präsentieren. Also der Ort, wo der Geocache versteckt ist.

Wenn du jetzt anfangen möchtest mit Geocaching, dann kannst du dir einfach mal die App downloaden, einen Account anlegen und dann würde ich dir empfehlen, am Anfang einfach mal nach Geocaches zu schauen, die in deiner Nähe sind, die du zu Fuß erreichen kannst. Danach, wenn du etwas weiter weg möchtest, dann würde ich dir empfehlen, nach Geocaches zu schauen, die möglichst viele Favoritenpunkte haben. Ein Geocache mit mehr als 250 Favoritenpunkten ist für mich die Garantie für einen erfolgreichen Nachmittag. Ob ich dann am Ende den Geocache auch wirklich gefunden habe, das ist nochmal eine ganz andere Geschichte. Aber ich weiß, dass ich dann auf jeden Fall ein besonderes Erlebnis haben werde.

Ein relevanter Hinweis noch: die Geocaches sind nach Schwierigkeit unterteilt. Es gibt zwei Schwierigkeiten. Einer für das Terrain, also wie schwierig es ist hinzukommen und einer für das Finden des Geocaches, jeweils von einer Skala von eins bis fünf. Und solltest du dir vorhin gedacht haben: Mensch Daniel, du wolltest mir doch noch zwei weitere Geocache-Arten sagen. Ja, jetzt kommt die vierte Art, die ich dir vorstellen möchte. Neben den Traditional-, den Multi- und dem Mystery-Cache gibt es noch die sogenannten Night-Caches. Und mit einem solchen Night-Cache hatte ich das bisher beste Caching-Erlebnis meines Lebens. Der Cache heißt Hänsel und Gretel und liegt in der Nähe des Bodensees. Das besondere an Night-Cache ist? Genau, du hast es erraten, dass man ihn bloß in der Nacht machen kann.

Und bei diesem Cache waren wir sehr nahe thematisch am Märchen von Hänsel und Gretel. Wie du dich vielleicht erinnerst, hat Hänsel und Gretel damit angefangen, dass die Kinder in den Wald gegangen sind und Brotkrumen verstreut haben, damit sie wieder den Weg nachhause finden. Wir haben den Cache gegen 23 Uhr begonnen und es war wirklich stockfinster. Am Startpunkt angekommen hat man dann mit der Taschenlampe geleuchtet und hat Reflektoren gesehen. Und diese Reflektoren haben die Brotkrumen widergespiegelt. Und so ist man am Anfang den Weg entlang und später in den Wald hineingegangen, während man von Brotkrumen zu Brotkrumen gegangen ist, also von Reflektor zu Reflektor. Manchmal waren die Reflektoren etwas überwuchert und man musste längere Zeit suchen. Und auch wenn wir vier Erwachsene waren, so war es trotzdem ein bisschen unheimlich, nachts bloß mit einer Taschenlampe im Wald zu sein und Brotkrumen zu suchen.

Ich erzähle jetzt noch ein bisschen im Detail über die nächste Station. Wenn du den Cache ernsthaft in absehbarer Zeit machen möchtest, kannst du jetzt überlegen auszuschalten. Aber ich glaube nicht, dass ich allzu viel verraten werde. Nachdem wir die Brotkrumen alle gefunden hatten, kamen wir an eine kleine Mauer. In der Mauer war unten drin eine kleine Box. Und in der Box war etwas, das aussah wie ein Lebkuchen. Und auf dem Lebkuchen waren Verzierungen drauf. Wir haben relativ lange gebraucht, um das Rätsel zu knacken.

Es hat so funktioniert, dass man diesen Lebkuchen mit der Taschenlampe direkt anstrahlen musste und dann hat man alle Lichter ausgemacht. Und ein paar von den Verzierungen waren fluoreszierend und haben dann Zahlen dargestellt, die einem geholfen haben, die nächsten Koordinaten zu finden. Der Cache hat uns dann hochgebracht zu einer Burgruine mitten in der Nacht, es war kein Vollmond, sondern eher Halbmond, also es war schon relativ dunkel. Und das Gefühl nachts auf einer Burgruine zu sein, war alleine schon faszinierend. Und dann die Mission zu haben, diesen Cache zu finden, das hat es für mich ganz besonders gemacht.

Bei einer der weiteren Stationen hat man einen Finger gefunden, natürlich kein echter Finger, aber an diesem Finger war ein Ring. Und der Ring war relativ groß und klobig und den konnte man aufklappen und in dem Ring drin standen dann wieder weitere Koordinaten. Und davon gab es so sieben Rätsel und Suchaufgaben, die man gemacht hat während es dunkel war. Und gegen drei Uhr morgens waren wir dann in der Lage, endlich das Final zu finden und die Schatztruhe zu heben. Und das war auch für mich ein ganz wunderbares Erlebnis, an das ich sicher immer denken werde.

Ich hoffe, ich konnte dir jetzt näherbringen, warum du Geocaching auf jeden Fall mal ausprobieren darfst. Wenn mich jemand frägt: warum würde ich Geocaching empfehlen? Dann sind es hauptsächlich drei Punkte. Wenn man eh gerne unterwegs ist, ist es einfach nochmal ein Upgrade, also eine Verbesserung auf das bereits vorhandene. Dann hat es den Vorteil, dass es etwas Abwechslung bringt. Und man hat ein Ziel. Das ist vor allem bei Kindern kein zu unterschätzender Faktor. Und der dritte Punkt: man lernt tolle, neue Orte kennen, die man ansonsten niemals finden würde.

Jetzt hoffe ich, dass du richtig Lust hast auf Geocaching, du dir die App runterlädst, dir einen Account machst und dann sobald du den ersten Geocache gefunden hast, mir einen Kommentar auf der Homepage hinterlässt. Ich wünsche dir ganz viele tolle Erlebnisse mit Geocaching. Bleib gesund.

Ciao, dein Daniel.

Daniel Verfasst von:

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