Der reichste Mann von babylon

Vor circa 5.000 Jahren wurden in Babylon Schrifttafeln mit Wissen über Finanzen gefüllt. Dieses Wissen hat auch heute noch Bestand. Die Ideen in diesem Buch machen einem nicht zu Warren Buffett und auch nicht schnell reich. Sie geben dir einen tollen Einstieg, wie man Geld selbst verwalten kann. Es freut mich sehr, nach einigen Wochen mal wieder einen Podcast aufnehmen zu können. Ich habe mir vorgenommen, jetzt wieder regelmäßig Podcasts zu erstellen, alle zwei Wochen soll ein neuer kommen. Falls du Themenvorschläge hast, wie immer, gerne her damit.

Das Thema für den heutigen Podcast ist ein Buch, das 1926 erschienen ist, mit dem Namen „Der reichste Mann von Babylon“. In diesem Buch erzählt der Autor George S. Clason auf 256 Seiten davon, wie ein Mann, ein Professor Schrifttafeln aus dem alten Babylon zugeschickt bekommt und diese auswertet. Und daraus ist einer der erste Romane über finanzielle Bildung entstanden. Und das im Jahre 1926 mit dem Wissen von vor 5.000 Jahren. Das Tolle oder auch das Schlimme daran ist, im Vergleich zu heute hat sich in den letzten 5.000 Jahren wenig geändert, was die Grundlagen angeht. Der Hauptunterschied ist der, dass die Investition in Sklaven heute nicht mehr so einfach ist. Und selbst wenn sie einfach möglich wäre, sollte man sie auf keinen Fall tun.

Vom Aufbau her wird in dem Buch von der Geschichte eines Mannes erzählt und dessen bewegtes Leben erläutert. Anfangs ist der Mann aus einer normalen Familie, kein Sklave, kein reicher Mann. Er hat eine Arbeit, gibt aber zu viel aus, kommt dann in die Sklaverei, befreit sich daraus und lernt, wie man reich wird und auch vor allem, wie man reich bleibt. Soviel zur Story. Die ist tatsächlich eher dünn, aber ist nett geschrieben und man kann einfach deutlich entspannter lesen, als wenn man nur die Fakten lesen würde. Vom Aufbau her ist das Buch untergliedert in sieben Methoden, eine leere Geldbörse zu füllen und danach Grundsätze zum Investieren.

Wir fangen direkt an mit den sieben Methoden, eine leere Geldbörse zu füllen, was ja auch tatsächlich etwas ist, was dich interessieren wird vermutlich. Die Nummer eins ist gleich ein Klassiker und ich bereue es bis heute, dass ich damit nicht direkt nach dem Studium angefangen habe. Die erste Methode, die Geldbörse zu füllen, lautet: den zehnten Teil seines Einkommens sparen. Ob es jetzt der zehnte Teil sein muss oder ob man nicht auch mehr sparen kann, das ist ja gar nicht so wichtig. Es geht darum, dass man sobald man anfängt, Geld zu verdienen, einen fixen Anteil davon, zum Beispiel zehn Prozent, manche sagen auch 20 oder 25 Prozent, sofort zur Seite tut. Hintergrund ist der, du gewöhnst dich niemals daran, dieses Geld zu haben. Deswegen gewöhnst du dich auch von deinem Lebensstandard her nicht daran, dass es vorhanden ist. Das Geld ist sofort weg, kommt auf ein langfristiges Sparkonto oder in ein Anlageprodukt und stellt dort sicher, dass du auch im hohen Alter keine Probleme haben wirst. Sobald du einmal eine Gehaltserhöhung bekommen wirst, die du hoffentlich ganz oft bekommst, tust du von dieser Gehaltserhöhung sofort 50 Prozent wieder immer zur Seite und tust sie wieder mitansparen. Die anderen 50 Prozent kannst du für dich verwenden, um deinen Lebensstandard zu erhöhen, zum Ausgeben oder für irgendwelche Luxusprodukte.

Die zweite Methode, um die Geldbörse zu füllen, ist: wissen, für was man Geld ausgibt. Das heißt, einen Finanzplan erstellen und über längere Zeit zu prüfen: für was geht mein Geld wirklich weg? Hier wird in dem Buch nochmal ganz klar darauf hingewiesen, dass man unterscheiden soll zwischen Investition und Ausgabe. Und das ist tatsächlich ein spannendes Thema, was viele Finanzneulinge nicht genau verstehen, was da der Unterschied ist. Deswegen möchte ich dir diesen einmal kurz erklären. Und ich gebe mir auch Mühe, dass das schnell geht, sodass, falls du das schon kennst, diesen Unterschied, dich nicht langweile.

Eine Ausgabe ist etwas, wofür du Geld weggibst und wofür du nicht später wieder Geld zurückbekommst. Sprich, wenn du eine neue Waschmaschine kaufst, dann ist das keine Investition in eine Waschmaschine, sondern eine Ausgabe für eine Waschmaschine. Außer, du würdest diese Waschmaschine verwenden, um sie irgendwo aufzustellen, damit Leute gegen Geld ihre Wäsche bei dir waschen können. Dann war es eine Investition in eine Waschmaschine, weil die Waschmaschine bringt dir dann Geld zurück. Wenn man sagt, ich habe in ein neues Auto investiert, dann ist es in 99 Prozent der Fälle falsch, denn ein Auto ist ein einfaches Ausgabeprodukt, ein reines, ein reiner Luxusgegenstand. Außer, du bist ein Uber-Fahrer oder ein Taxiunternehmen oder ein Bus, dann ist das alles eine Investition. Auch bei einem LKW wäre das so. Von dem Geld, das dir zur Verfügung steht, solltest du maximal 25 Prozent für Luxusgegenstände ausgeben. Den Rest solltest du sparen, um in Zeiten, wo du das Geld brauchst, flüssig zu sein, damit, wenn du das Geld brauchst, du keinen Konsumkredit aufnehmen musst.

Punkt Nummer drei: sorge dafür, dass sich euer Gold vermehrt. In unserem Fall, dass sich euer Euro vermehrt. Die Ersparnisse sind goldene Sklaven. Die Kinder dieser Sklaven sollen auch wieder arbeiten. Hier wieder so ein Sklavenbeispiel, aber die Idee dahinter dürfte dir klar sein. Es geht darum, dass dein Geld für dich arbeiten soll und Zinsen bringt und dadurch einfach dazu beiträgt, dass es sich vermehrt.

Hier ein ganz kurzer Exkurs zum Thema Zinseszins. Es gibt das Gerücht, und ich weiß nicht, ob es wahr ist, dass Einstein einmal den Satz gesagt haben soll: „Der Zinseszinseffekt ist das achte Weltwunder. Wer ihn versteht, verdient daran, alle anderen bezahlen ihn.“ Ein einfaches Beispiel: stell dir vor, du nimmst 25 Euro jeden Monat und legst das für 30 Jahre an. Und so zwar zu einem Zinssatz von fünf Prozent. Fünf Prozent sind jetzt nichts Utopisches, das kann man tatsächlich mit einer relativ einfachen Anlageform gut erreichen. Nach 30 Jahren hast du 9.000 Euro eingezahlt. Die Frage ist jetzt: was bekommst du raus? Und das sind tatsächlich 20.000 Euro. Also deutlich mehr als das Doppelte von dem, was du eingezahlt hast. So funktioniert Zinseszins. Mit einem möglichst guten Zinssatz über einen möglichst langen Zeitraum wirtschaften.

Die Nummer vier ist: bewahrt eure Schätze vor Verlust. Im Buch gab es das Beispiel vom schnellen Reichwerden. Da hat ein Freund dem guten Kaufmann erzählt, dass er eine tolle Möglichkeit hätte, wie man mit einem cleveren Anlageplan in Edelsteine, die man von einem Ziegelbrenner kauft, super schnell reich werden kann. Er hat das gemacht und hat alles verloren. Und daraus hat er dann eine Lehre gezogen, nämlich die: investiere in das, was man versteht und investiere in jemanden, der auch vertrauenswürdig ist. Wenn dir jemand verspricht, dass du schnell reich werden kannst, dann gibt es eigentlich auch immer zu jeder tollen Rendite ein tolles Risiko.

In dem Buch die Nummer fünf ist: macht euer Heim zu einer einträglichen Investition. Den Punkt übergehen wir aus dem Grund, dass selbst in dem Buch schon drin steht, dass das lediglich für den amerikanischen Raum Gültigkeit hat, während es in Europa eher unwahrscheinlich ist, dass das funktioniert. Der nächste Punkt in dem Buch ist: sichere dir ein Einkommen für die Zukunft. Also eine Altersvorsorge, die ich mir mit den Punkten davor schon aufbaue und in dem Buch wurde dann nochmal explizit auf das Thema Lebensversicherung und Absicherung der Abhängigen eingegangen. Das Thema Lebensversicherung und Versicherung allgemein ist sicherlich ein relativ kontroverses Thema. Ich bin mir da auch immer nicht ganz sicher, was man wirklich absichern sollte.

Wenn es Personen gibt, die von mir und meinem Einkommen abhängig sind, dann macht das aus meiner Sicht auch Sinn, eine Risikolebensversicherung zu haben, dass im Falle meines Abscheidens diese Personen abgesichert sind. In dem Buch wird noch von Lebensversicherung als Investitionsform gesprochen. Da merkt man vielleicht einfach auch, dass das Buch schon ein bisschen älter ist, nämlich von 1926 und dass dieses Produkt heutzutage nicht mehr wirklich attraktiv ist.

Und last but not least: verbessere deine Verdienstmöglichkeiten. In diesem Punkt geht es darum, kontinuierlich zu lernen, um einen besseren Mehrwert zu bieten, denn, wer mehr kann, der verdient in der Regel auch mehr. Also sagt der Autor: bilde dich ständig weiter. Und zwar in Themen, für die es einen Markt gibt, wo jemand bereit ist, dich dafür zu bezahlen. Und dann, lass dich auch dafür bezahlen. Mach das nicht umsonst. Nach diesen sieben Hauptpunkten kommen wir noch zu den Grundsätzen, die in dem Buch angesprochen werden. Das erste ist: investiere dein Geld eher konservativ und langfristig.

Es gibt eine Geschichte, die vermutlich genauso falsch ist wie das Einstein-Zitat vorhin, in der Jeff Bezos mit Warren Buffett spricht. Jeff Bezos frägt Warren Buffett: Mensch Warren, du hast eine Methode entwickelt, mit der man sicher reich werden kann, mit der man sicher Millionär wird. Ich verstehe nicht, warum macht das nicht jeder? Es ist doch so einfach und das Wissen ist komplett frei verfügbar. Und Warren Buffett antwortet: weil es nicht schnell geht. Und das ist tatsächlich das Problem heutzutage. Alle denken, dass Reichtum etwas Schnelles ist. Ich glaube, dass du dich davon lösen darfst und dass dir klar sein sollte, dass Reichtum etwas ist, was man über viele Jahre hinweg erarbeitet.

Der nächste Grundsatz: investiere in das, was du kennst und verstehst. Auch hier habe ich gehört, dass Warren Buffett etwas ähnliches gesagt hat, aber um es nochmal pragmatisch darzustellen: wenn du keine Ahnung von Bitcoins hast, investiere nicht in Bitcoins. Wenn du in Bitcoins investieren möchtest, lerne, was Bitcoins sind, verstehe, wie Bitcoins funktionieren und dann kannst du auch in Bitcoins investieren, ohne dass du ein großes Risiko eingehst, dass du nicht verstehst. Dasselbe gilt für all die Dinge, die man auf Instagram so sieht, sei es Day-Trading oder Foreign Exchange Trading, also das Handeln mit Währungskursen und mit Währungen. Einfach mal in die Sachen investieren, die man versteht, von denen man Ahnung hat und wo man auch nachvollziehen kann, wie das funktioniert. Sollte auf Dauer auch immer funktionieren.

Es ist tatsächlich Stand heute so, dass es in der kompletten Geschichte des amerikanischen Aktienindexes S&P 500, dort sind die 500 größten amerikanischen Firmen abgebildet, zu jeder Zeit, wo du 25 Jahre am Stück investiert hast, du eine durchschnittliche Rendite von mehr als sechs Prozent hattest. Und das ganz ohne Bitcoins, Forex, Daytrading, Biotech, Artificial Intelligence, anderen Buzzwörtern oder Sklaven. Und wenn wir gerade dabei sind, kommt gleich der nächste Grundsatz: es geht nicht schnell. Ich habe das gerade eben schon mal angesprochen. Man sieht, man kann, wenn man viel Zeit mitbringt und einfach stoisch anlegt, auf ungefähr sechs Prozent kommen. Damit man wird nicht schnell reich, aber man wird damit reich. Ich habe einmal gelernt, dass Zinsen ein Ausgleich für das Risiko sind. Oder Zinsen sind der Ausgleich für die Schmerzen, die man wegen der Ungewissheit erleidet. Das heißt, immer dann, wenn es einen hohen Zins gibt, gibt es auch ein hohes Risiko und eine hohe Schmerzschwelle, die du ertragen darfst.

Wichtiger Investitionsgrundsatz für mich ist: investiere nicht in etwas, was dich nachts nicht mehr ruhig schlafen lässt. Der letzte Punkt, und bei dem bin ich äußerst skeptisch, ist: lasst Fachkundige euer Geld verwalten. Das sehe ich einfach nicht so. Ich glaube, dass Geld Chefsache ist und dass sich jeder um sein eigenes Geld kümmern sollte. Vielleicht musst du nicht alles können, aber du musst auf jeden Fall mal verstehen, was deine Anlagestrategie ist und wie die grundsätzlichen Spielregeln sind. Ansonsten verstehe ich, dass es einen riesigen Markt gibt von Menschen, die damit Geld verdienen, Anlagen zu verkaufen oder zu vermieten oder ihr Wissen in dem Fall weiterzugeben. Solltest du das auch so sehen und du möchtest auf einen Experten vertrauen, es gibt ein tolles Buch von 1980. Das heißt „Wo ist deine Yacht, Investor?“. Und der Titel sagt alles aus. Wenn der Investor wirklich super gut ist, dann müsste er mindestens eine Yacht haben. Lass dir die zeigen. Und wenn du den gefunden hast, der dir die Yacht zeigt, schreibe mir doch bitte eine E-Mail mit den Kontaktdaten, dann würde ich da auch hingehen.

Ansonsten glaube ich, dass die meisten Menschen mit den Grundlagen aus diesem Buch schon mal ganz gut aufgestellt sind, um für sich selbst eine Anlageform zu finden, die langfristig und nachhaltig ist. So, kommen wir zum Fazit. Für wen ist das Buch? Das Buch ist aus meiner Sicht für jeden etwas, der noch keine erweiterten Kenntnisse zum Thema persönliche Finanzen oder respektive finanzielle Freiheit und einen Einstieg in das Thema sucht. Das Buch ist ein absoluter Klassiker, den man manchmal auch einfach das Alter schon anmerkt. Es gibt schöne Parabeln in dem Buch, die mir das Lesen deutlich leichter gemacht haben. Und deswegen würde ich jedem, der Interesse hat, empfehlen, das Buch einfach einmal durchzulesen.

Ich hoffe, du konntest etwas aus dem Podcast mitnehmen. Machst dir vielleicht auch nochmal Gedanken, falls du es nicht schon längst gemacht hast, zu deiner eigenen persönlichen Absicherung, zu deiner finanziellen Situation und wie du diese verbessern kannst. Und falls dir noch ein paar tolle Zitate einfallen, die ich hier hätte auf jeden Fall bringen müssen, schick sie mir doch bitte per E-Mail zu. Vielen Dank. Jetzt möchte ich mich ganz herzlich bei dir bedanken, dass du nach so langer Zeit wieder eingeschaltet hast, dass du dir die Zeit genommen, das Thema anzuhören. Und ich hoffe, dass du etwas mitgenommen hast, das dir weiterhelfen wird. Ich wünsche dir einen wunderbaren Tag.

Bleib gesund.
Ciao, dein Daniel

P.s.: wenn du das Buch kaufen und mich unterstützen möchtest: https://amzn.to/36V6x7x

Daniel Verfasst von:

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.